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Mini-Gedächtnistraining für die GSAAM

Auf der 9. Konferenz für Anti-Aging-Medizin in München Anfang Mai wird Ulrich Bien in einem Minitraining die Möglichkeiten von Gedächtsnistrainings zur Vorbeugung von Alterserscheinungen  demonstrieren.

Hier der Begleittext zu der Veranstaltung:

denkreich Gedächtnistrainings
Für Menschen, die (es) wissen wollen.

Magie ist eine Frage der Perspektive: Während der Zuschauer staunt, vollführt der Zauberer seine Tricks mit Geschick und Technik. Ist Ihnen aufgefallen, dass Magie und Genie irgendwie ähnlich klingen?

Gedächtsnistraining und Mnemotechnik sind Lebensveränderer!

Den Kopf kräftig auf Trab halten, schützt vor dem geistigen Stillstand im Alter. Aber Sudoku, Kreuzworträtsel, Rateshows im Fernsehen und das 1.000-Teile-Alpenpanorama-Puzzle entsprechen weder dem Lebensstil aktiver Menschen im fortgeschrittenen Alter, noch sind sie dafür geeignet, dem Gehirn das abzuverlangen, was es braucht, um alt jung zu sein.

Veränderungen im Gehirn von alternden Menschen wurden von der Forschung lange nicht untersucht, aber seit dem Kopfstand der Alterspyramide beschäftigen sich immer mehr Neurobiologen intensiv mit dem Thema und haben mittlerweile sogar eine eingefressene Vorstellung wissenschaftlich erledigt: dass es mit den Leistungen des Hirns ab einem Alter von 20 Jahren nur noch abwärts geht! Die adulte Neurogenese – das Bilden neuer Nervenzellen im Gehirn auch im höheren Alter – ist die Entdeckung der Hirnforschung der 90er Jahre.

Und was ist daraus geworden? Gehirnjogging im Altersheim frischt sicher die grauen Zellen der grauen Generation auf. Aktives Älterwerden meint aber nicht das Lösen von Kreuzworträtseln im Gemeinschaftsraum der Residenz Marienfrieden. Ein gesunder Kopf sitzt nicht auf einem verrosteten Körper. Ein aktives Gehirn will mehr, als introvertiertes Grübeln nach dem Fluss mit sieben Buchstaben.

Demenz braucht jahrelange Vorbeugung – wenn man es genau nimmt, müssten viele Menschen bereits darauf hingewiesen werden, wenn sie das Hirn nach dem Ende ihrer Ausbildung auf die ruhige Schiene lenken. Wer seinen Kopf nicht ständig in Bewegung hält, riskiert nicht nur Alzheimer im Rentenalter, sondern obendrein ein äußerst langweiliges Leben ohne Veränderung. Die Aktion beginnt im Kopf und nirgendwo anders.

Gedächtnistraining macht wach! Die Motivation, neue Dinge zu lernen und mehr mit dem Kopf zu machen sind die wichtigsten Ziele in meinen Seminaren. Wer begreift, dass auch im hohen Alter noch gelernt werden kann, der lernt im hohen Alter und gerät damit in Bewegung. Während Gehirnjogging wie viele anderen Formen von Rätselraten zur geistigen Routine wird, bieten Gedächtnistraining und Mnemotechniken nicht nur die Motivation, sich (wieder) geistigen Herausforderungen zu stellen, sondern die Teilnehmer meiner Seminare erkennen zudem, dass ihr Kopf mehr kann, als sie es jemals gedacht haben. Ein mit Mnemotechniken ausgestatteter Rentner überflügelt beim Lernen und Merken problemlos den mittzwanziger Jurastudenten. Dabei ist die Denktechnik nicht irgendein Trick, die Lernbüffel hinterlistig hinter sich zu lassen.  Gedächtnistraining zeigt, wie der Kopf richtig benutzt wird, statt „in Kirche oder Schule festzusitzen auf dem Stuhle“ (Wilhelm Busch).

Wie lernt der Kopf, auf Sturm zu schalten?

Lern-Anleitungen bringen seit ein paar Jahren die Bücherregale zum Platzen. Auf wenigen hundert Seiten steht geschrieben, wie der Kopf zum Schwamm für die gesammelten Werke der Weisheit wird: Nichts mehr vergessen für Anfänger, Einstein in fünf Minuten, Mnemotechniken für Hobbygärtner und alleinstehende Mathematiker. Die darin präsentierten Gedächtnistechniken klingen viel versprechend und die Verfasser der Lektüren sind nicht selten Weltmeister irgendwelcher Gedächtnisweltmeisterschaften, müssen also mit ihrem Wissen zum Merken fähig sein. Doch die Bücher landen oft dort, wo sie herkommen: im Regal, hintere Ecke oben links. In meinen Seminaren begegne ich immer wieder Menschen, die den festen Willen haben, Mnemotechniken zu erlernen und zu benutzen. Und sie besitzen nicht selten mehr als eines der Bücher, aber bekommen nicht viel mehr in ihren Kopf als vorher.

Ich trage keinen Weltmeistertitel im Denken. Meine Merk-Leistungen genügen meinen Ansprüchen (die sind natürlich gigantisch astronomisch), und trotzdem erlebe ich immer wieder, wie Teilnehmer meiner Seminare mich nach ein paar Stunden Training mühelos überflügeln. Macht nichts! Denn ich habe mich darauf spezialisiert, zu erklären, wie Sie sich einfach alles merken können. Meine Trainings sind auf Menschen zugeschnitten, die merken müssen, also meistens im Beruf darauf angewiesen sind, große Mengen von Fakten schnell zu speichern und/oder lange im Kopf zu behalten, und zwar zuverlässig und fehlerfrei.

Vom Jurastudenten, über Chirurgen und Top-Manager bis zu Schauspielern ist der Bedarf nach einem zuverlässigen und leistungsfähigen Gedächtnis groß. Die Motivation ist hoch, denn beruflicher Erfolg und persönlicher Fortschritt hängen gerade in solchen Berufen vom Kopf ab.

Mnemotechniken lassen sich an einem Tag erlernen!

Der Reiz besteht jedoch darin, das Arbeitsprinzip seines Kopfes mit ein paar einfachen Regeln zu ändern und so Aufnahmefähigkeit und Kapazität über das gewohnte Maß hinaus zu steigern. Der neue Umgang mit dem Kopf bringt die Denkanlage in Schwung, aktiviert Bereiche, die bei den meisten Menschen eingerostet sind. Kurz gesagt geht es darum, mehr zu wissen, einfacher zu lernen, Spaß beim Lernen zu haben, nicht genug davon bekommen zu können. Ist Ihnen das schon mal beim Vokabeln-Büffeln passiert?

Dabei sind die Mnemotechniken zunächst nicht die große Veränderung im Denken: Es gibt eine Handvoll davon, und die meisten sind schnell erklärt. Viele haben von den Grundregeln des Mnemorierens schon gehört: Da spaziert man durch die Stadt und legt die Informationen am Denkmal, auf dem Kirchplatz und vor dem Einkaufszentrum ab. Oder: Namen werden in Bilder verwandelt. So wird Herr Hirschau zu einem mächtigen Zehn-Ender, der auf einem Bein hüpft und „Aua!“ schreit, weil ihm ein schwerer Fels auf den Huf gefallen ist.

Die Gedächtniskunst besteht nicht darin, Messer und Gabel kunstvoll zu wirbeln, sondern um die Speisen, die auf der Zunge lecker schmecken. Wer interessiert sich für Messer, Gabel und Teller, wenn er ein Drei-Sterne-Menü serviert bekommt? Mnemotechniken sind der Schlüssel zu dem unendlichen, faszinierenden Wissen, das wir in uns tragen wollen, um es benutzen zu können: Fremdsprachen, Gute-Nacht-Geschichten, berufliches Fachwissen, aber auch Musikstücke, Kochen, Zehnfingertippen und Millionen anderer Dinge mehr. Selbst vor dem Hamburger Telefonbuch und dem Jura- oder Medizinstudium brauchen Sie keine Hemmungen mehr zu haben – auch nicht mit 60 Jahren.

Steigen Sie mit viel Schwung in das mentale Paradies der Mnemotechniken ein! Merken ist keine Frage des Wiederholens, der Intelligenz oder des Alters! Lernen mit Mnemotechniken ist wie ein gutes Rätsel: Wer die Lösung kennt, für den ist es mühelos die Informationen abzuspeichern und wiederzugeben, wenn sie gebraucht werden. Sudokus haben keinen praktischen Wert (oder ich habe ihn bisher nicht erkannt). Die Vokabeln für den Satz „Ich möchte gerne etwas landestypisches bei Ihnen essen“ dagegen schon.

Es geht darum, den richtigen Schlüssel zu den Fakten zu finden, herum zu experimentieren, neue Wege zu denken. Das macht nicht nur schlau, sondern auch kreativ und hält den Geist konsequent fit und damit jung. Neues zu lernen schützt den Geist vor Altersdemenz, Alzheimer und dem allgemeinen Verkalken vor der Flimmerkiste.

Was oder wieviel Sie merken wollen, spielt keine Rolle. Das „Wie?“ ist die entscheidende Frage.

Ich freue mich auf Sie!

Ulrich Bien
www.denkreich.com

9,3 Prozent Chinesisch in 5 Zeichen – Sprach-Statistik

Wie viel chinesische Schriftzeichen muss man lernen, um eine Zeitung aus Peking lesen zu können? Gestern haben wir eine Liste mit den 300 häufigsten Zeichen veröffentlicht. Üblicherweise kursieren Zahlen zwischen 10.000 und 40.000 Zeichen, die ein Zeitungsleser im Kopf haben muss.

Dass es mit viel weniger gehen soll, ist in einem Artikel bei ChingChangChinese beschrieben: Fünf chinesische Zeichen repräsentieren bereits 9,3 Prozent der am häufigsten verwendeten Symbole, darunter die Zeichen für „eins“, „nein“ und „sein“ (vollständige Liste – gleich mit animierten Zeichen zum Selberschreiben).

Und wer wirklich wissen will, wie viel er lernen muss, der sollte einmal auf die Seiten von Patrick Hessel Zein schauen. Dort wird eine Statistik von Jun Da und Chih-Hao Tsai gezeigt:

Demnach hat man den weitesten Weg bereits nach rund 1.000 Zeichen erreicht (leider habe ich zu wenig Erfahrung, um das beurteilen zu können). Die ersten 3.000 Zeichen sind hier aufgelistet (leider nur als kleine Schriftzeichen mit etwas holprigen Beschreibungen auf Englisch). Für Statistik-Liebhaber: Die vollständigen Daten – auch im Excel-Format – erhalten Sie hier.

Glauben wir diesmal der Statistik, dann fällt das Lernen leichter!

Ulrich

Ergänzung: Hier noch eine Liste mit den 9933 häufigsten Zeichen.

Kau(gummi) macht schlau!

Besser Lernen durch Kaugummi? Telefonnummern lassen sich hervorragend auf Kaugummi-Verpackungspapier speichern, aber das ist mit der Überschrift nicht gemeint.

Forscher der Universität Northumbria in England untersuchten das Lern- und Merkverhalten von drei Testgruppen: Die erste Gruppe wurde mit kaubarem Gummi ausgestattet, Gruppe zwei musste Gesichts- und Kiefergymnasik absolvieren und Gruppe drei saß einfach nur mit Pokerface da – und das 75 Stunden lang.

Und tatsächlich: Die beste Merkleistung erreichten die Kauer! Durch die Bewegung der Gesichtsmuskeln wird auch das Gehirn besser durchblutet. Außerdem reduziert das Kauen Streß, weil sich bei erhöhtem Druck die Muskeln in Gesicht und am Hals verspannen. Die Folge: Reduzierte Blutversorgung des Gehirns und damit Abnahme der Konzentration.

Also: Nicht mehr ohne – Lernen!

Beim Rechnen sind wir alle gleich

Wer mag schon Mathe? Eher die Jungs, wäre eine typische Antwort, die überall gerne ausgesprochen wird. Diese Antwort hat Janet Hyde von der University of Wisconsin-Madison untersucht und ist zu einem einfachen Ergebnis gekommen: Es gibt keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen, wenn es um das Rechnen geht. Im Rahmen des No Child Left Behind Programms wurden die Rechenkünste von sieben Millionen Schülern untersucht.

Kritiker behaupteten, dass die Unterschiede sich vor allem bei den begabten Schülern (nicht Schülerinnen) bemerkbar machten. Aber auch diese These konnte Hyde widerlegen.

Bleibt nur die Tatsache, dass ein Großteil der Mathematiker Männer sind…

Fenster besser als Fernsehen

Ein Fenster mit Aussicht beruhigt mehr als das gleiche Bild auf einem Fernseher. Forscher der Universtität Washington haben den Puls von Studierenden bei der Arbeit untersucht. Eine Gruppe arbeitete mit Blick durch ein Fenster auf den Campus, während die andere Gruppe das gleiche Bild über eine Kamera auf einem Bildschirm eingespielt bekam.

Beide Gruppen schauten etwa gleich oft von der Arbeit hoch und auf Schirm oder Fenster. Die Ergebnisse sind klar: Das Fenster ist gut für die Herzfrequenz. Der Blick auf die Wirklichkeit sorgte für Ruhe und Entspannung. Der Bildschirm beschleunigte den Puls und sorgte für mangelnde Konzentration.

Dass Lesen auf Bildschirmen anstrengender ist – das ist schon länger bekannt. Die aktuelle Studie geht einen Schritt weiter: Schon die Präsenz eines Bildschirms – sogar mit einem langweiligen Bild – stört beim Arbeiten. Was dann wohl die bunten Tapeten des Privatfernsehens anrichten?

In der Praxis läßt sich der Bildschirm kaum spontan vom Schreibtisch verbannen. Allerdings bietet heute jeder Rechner Bildschirmschoner an, aber bitte nicht die bunten. Geeignet für die volle Konzentration sind bewegte Bilder nicht. Schwarzer Schirm ist optimal. Keine Uhr. Kein Logo. Keine Laufschrift.

Das Geheimnis des Erfolgs – Teil 217

Der Erfolg und das Rezept dafür sind scheinbar so einfach zu erklären, dass wieder einmal ein Standford Professor den Schlüssel dazu gefunden hat: Die Psychologin Carol Dweck vermutet, dass Intelligenz und Talent wesentlich durch den eigenen Glauben daran geprägt sind. Menschen, die an ihre eigenen Fähigkeiten nicht den geringsten Zweifel haben, wachsen über sich hinaus, auch wenn die Biologie ihnen nicht ganz das mitgegeben hat, was sie da vor sich hertragen. Wem dieses Selbstvertrauen fehlt, der kommt nicht weit.

Interessant an Dwecks Thesen, die in der letzten Woche in der New York Times veröffentlicht wurden, ist der Vergleich mit einem Phänomen, dass der Medizin lange bekannt ist: Traubenzucker beseitigt zuverlässig Kopfschmerzen, wenn der Patient denkt, er schluckt ein richtiges Chemikum. Das Placebo hilft, solange der Inhaber der Krankheit daran glaubt? Nein, solange er nicht weiß, was er einwirft.

Und genau da liegt das Problem: Dweck spricht von gefestigten Einstellungen. Es genügt eben nicht, sich ab morgen nach dem Aufstehen für ein Genie zu halten. Die Illusion muss perfekter sein, um zu wirken. Verwechselte Fragebögen in Intelligenztests können solche Einstellungen hervorrufen. Oder das Nobelpreisträger-Spermium aus der Befruchtung-Spenderbank, sofern man weiß, nicht aus einem normalen biologischen Prozess entstanden zu sein.

Alles andere kann durchaus Laune und Selbstwertgefühl steigern. Aber den Erfolg herbeiglauben kann nur jemand ohne die geringste Ahnung davon zu haben, dass er sich irren damit könnte. Das Publikum in der Zaubershow glaubt auch nicht an schwebende Jungfrauen – nicht einmal, wenn sie wirklich und tatsächlich fliegen würden.

(leider kein Link zu dem Text, da die NYT ihre archivierten Artikel vor öffentlichem Zugriff schützt)