Das Geheimnis des Erfolgs – Teil 217

Der Erfolg und das Rezept dafür sind scheinbar so einfach zu erklären, dass wieder einmal ein Standford Professor den Schlüssel dazu gefunden hat: Die Psychologin Carol Dweck vermutet, dass Intelligenz und Talent wesentlich durch den eigenen Glauben daran geprägt sind. Menschen, die an ihre eigenen Fähigkeiten nicht den geringsten Zweifel haben, wachsen über sich hinaus, auch wenn die Biologie ihnen nicht ganz das mitgegeben hat, was sie da vor sich hertragen. Wem dieses Selbstvertrauen fehlt, der kommt nicht weit.

Interessant an Dwecks Thesen, die in der letzten Woche in der New York Times veröffentlicht wurden, ist der Vergleich mit einem Phänomen, dass der Medizin lange bekannt ist: Traubenzucker beseitigt zuverlässig Kopfschmerzen, wenn der Patient denkt, er schluckt ein richtiges Chemikum. Das Placebo hilft, solange der Inhaber der Krankheit daran glaubt? Nein, solange er nicht weiß, was er einwirft.

Und genau da liegt das Problem: Dweck spricht von gefestigten Einstellungen. Es genügt eben nicht, sich ab morgen nach dem Aufstehen für ein Genie zu halten. Die Illusion muss perfekter sein, um zu wirken. Verwechselte Fragebögen in Intelligenztests können solche Einstellungen hervorrufen. Oder das Nobelpreisträger-Spermium aus der Befruchtung-Spenderbank, sofern man weiß, nicht aus einem normalen biologischen Prozess entstanden zu sein.

Alles andere kann durchaus Laune und Selbstwertgefühl steigern. Aber den Erfolg herbeiglauben kann nur jemand ohne die geringste Ahnung davon zu haben, dass er sich irren damit könnte. Das Publikum in der Zaubershow glaubt auch nicht an schwebende Jungfrauen – nicht einmal, wenn sie wirklich und tatsächlich fliegen würden.

(leider kein Link zu dem Text, da die NYT ihre archivierten Artikel vor öffentlichem Zugriff schützt)

0 Antworten zu „Das Geheimnis des Erfolgs – Teil 217“



  1. Noch keine Kommentare

Eine Antwort schreiben




Über uns…


Ulrich
 
  Agnes
Wir sind Trainer für Memotechniken und vermitteln seit vielen Jahren unsere Methoden an Menschen, die mehr mit ihrem Kopf machen wollen.