Routenmethode für Vorträge nutzen

Wegen des neuen Vortragsvideos auf YouTube bekommen wir oft die Frage gestellt, ob sich die Routenmethode auch für Vorträge und Präsentation nutzen läß?

Natürlich, denn das Lernen von Farben ist nur ein Experiment, dass zeigen soll, dass sogar besonders abstrakte Informationen mit Merktechniken leicht gelernt werden können. Statt die Farben auf die so genannte Zahlen-Symbol-Route zu legen, können genauso Argumente und Inhalte aus Präsentationen für Reden und Vorträge darauf abgespeichert werden. Diese müssen nur in lebhafte Bilder verwandelt und mit dem jeweiligen Merkpunkt verbunden werden.

Schauen Sie sich dazu das dreiteilige Video bei YouTube an:

1. Teil: Einführung in die Routenmethode

2. Teil: Lernen von 20 Farben auf die Zahlen-Symbol-Route

3. Teil: Rekonstruieren der Reihenfolge

Lachen hilft beim Lernen

Japanische Forscher haben in Experimenten herausgefunden, dass Versuchspersonen, denen vor einem Merktest lustige Bilder gezeigt wurden, anschließend wesentlich besser merken und erinnern konnten, als Personen, denen dieser Spaß vorenthalten wurde. Wer am meisten lachte, konnte am besten merken. Dabei ist es nicht einmal notwendig, dass man sich wirklich über etwas freut. Schon das Hochziehen der Mundwinkel löst im Gehirn positive Gefühle aus. Die Zusammenfassung der Expermiente auf Englisch bei ScienceDirect.

Lust am Lernen sorgt für besseres Lernen! Mit Merktechniken ist es leicht, auch Spaß dabei zu haben, denn mit Merktechniken fällt das Lernen leichter. Büffeln und Pauken können so getrost vergessen werden!

Neuer Verein für Gedächtnistraining in Ulm

Einen Verein für Gedächtnistraining will Mathias Eigl in Ulm gründen. Hier ist eine Beschreibung der geplanten Aktivitäten:

„1.) Wir wollen einen Platz für alle Interessierte schaffen, die der Mnemotechnik bereits mächtig sind oder sich dafür interessieren. Diejenigen, die sich im Thema bereits auskennen, lehren es denen, bei denen dies nicht der Fall ist. In regelmäßigen Abständen treffen wir uns und steigern in gemütlicher Atmosphäre unser Können. Wie Sie bestimmt wissen ist es zwar schön, die Grundlage für das Gedächtnistraining jemanden nahe zu bringen, doch es muss auch weiter daran gearbeitet und gewisse mentale Hürden überwunden werden. Des Weiteren hat das optimale Gedächtnis neben Selbstdisziplin auch viel mit guter Ernährung zu tun, worauf wir natürlich auch eingehen werden.

2.) Wir als Verein besuchen Schulen und bringen den Schülern bei, wie sich auf humorvolle Art ihren Lernstoff abspeichern können. Leider wird in Schulen ziemlich alles beigebracht, nur eben nicht wie, wie man richtig und nachhaltig lernt. Wir wirken dem entgegen. In unserem Seminar bringen wir den Schülern die Grundlagen bei, die auch nach dem Seminar vertieft werden. Und damit sie nach unserem Auftritt nicht wieder in ihre alten Verhaltensmuster fallen, bieten wir für alle Schüler und Studenten auch außerhalb der Schule in unserem Vereins“heim“, kostenlose Schulungen bzw. Nachhilfe an. Neben unserem „alltäglichen“ Angebot, bieten wir auch hin und wieder größere Sport-Events, wie z.B Fahrradtouren an, da Sport und Gehirnleistung bekanntermaßen zusammenhängt.

Das ist unser bisheriges Konzept. Natürlich wird noch einiges an Arbeit auf uns zukommen. Doch wir sind guter Dinge, dass unsere Anstrengungen auch angenommen werden.“ – Mathias Eigl.

Interessierte können mit Mathias Eigl über seinen Blog Kontakt aufnehmen.

Wir drücken die Daumen, dass sich schnell eine starke Truppe zusammen findet und werden versuchen, auch mal dabei zu sein!

Live Gedächtnistraining – komplettes Video

Hier noch einmal der gesamte erste Teil des Vortrags in einem Stück:

http://www.vimeo.com/4815702

Live Gedächtnistraining – Video!

Hier ist das erste Video vom Ärztekongress in München. Am Morgen stand ein praktisches Mini-Gedächtnistraining auf dem Programm. Ziel war es, dass die Teilnehmer die Reihenfolge von 20 Farben merken sollten. Dabei haben Sie gleich mehrere grundsätzliche Mnemotechniken kennen gelernt. Aber sehen Sie selbst:

Und hier ist der zweite Teil:

Zuletzt noch der dritte Teil, dann haben Sie es geschafft:

Mit der so genannten Zahlen-Symbol-Route können Sie aber nicht nur Farben merken (zumal das nicht gerade besonders oft gebraucht wird). Genauso können Sie Ihren Einkaufszettel oder andere Informationen nach der gleichen Methode darauf abspeichern. Probieren Sie es aus!

Hier ist das gesamte Video am Stück zu sehen:

http://www.vimeo.com/4815702

Video: Zahlen einfach merken mit dem Major-System

Das Major-System (manchmal auch Mastersystem genannt) ist die effektivste Methode, sich Zahlen einfach, schnell und zuverlässig zu merken. Dieses Video beschreibt, wie Sie sich Zahlen, Daten und Telefonnummern ohne Mühe – auch in großer Menge – einprägen können, indem Zahlen einfach in Bilder verwandelt werden, die sich das Gehirn einfach merken kann.
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Alt und älter werden…

Ein kurzer Beitrag und die wohl kürzeste Zusammenfassung des Ärztekongresses vom Wochenende: Mit welchen Mitteln überschreitet der Mensch die bisher gewohnten Grenzen des Alters? Es scheint bewiesen zu sein, dass gegen altersbedingte Kopfkrankheiten wie Demenz und Alzheimer bisher von der Pharmaindustrie kein passendes Mittel gekocht worden ist – dem wohl aber durch Nahrung, Kopftraining und Sport entgegengewirkt werden kann.

Ein knappes Rezept zum Älterwerden mit gesundem Gehirn ist ein abwechslungsreicher Mix, dessen Selbstversuch nicht gerade absoluten Verzicht erfordert. Hier die wichtigsten Punkte als kleines Altersgericht zum Selbstverzehr:

  • Mediterrane Kost (Gemüse, Obst, Olivenöl – nicht unbedingt gemischt).
  • Kein rotes Fleisch (sie haben richtig gelesen „rot“, nicht „roh“), statt dessen Fisch essen!
  • Vitamin C und E (auf keinen Fall nur E und in moderater Dosis).
  • Rotwein (so wird man lustig alt / natürlich in geringen Mengen).
  • Viel Bewegung (auch für die geistige Fitness).

Und natürlich jede Menge Gedächtnistraining, denn was nützt ein gesunder Körper, wenn die Birne nur noch zum Konsumieren des Nachmittagsprogramms der Privaten fähig ist.

Mini-Gedächtnistraining für die GSAAM

Auf der 9. Konferenz für Anti-Aging-Medizin in München Anfang Mai wird Ulrich Bien in einem Minitraining die Möglichkeiten von Gedächtsnistrainings zur Vorbeugung von Alterserscheinungen  demonstrieren.

Hier der Begleittext zu der Veranstaltung:

denkreich Gedächtnistrainings
Für Menschen, die (es) wissen wollen.

Magie ist eine Frage der Perspektive: Während der Zuschauer staunt, vollführt der Zauberer seine Tricks mit Geschick und Technik. Ist Ihnen aufgefallen, dass Magie und Genie irgendwie ähnlich klingen?

Gedächtsnistraining und Mnemotechnik sind Lebensveränderer!

Den Kopf kräftig auf Trab halten, schützt vor dem geistigen Stillstand im Alter. Aber Sudoku, Kreuzworträtsel, Rateshows im Fernsehen und das 1.000-Teile-Alpenpanorama-Puzzle entsprechen weder dem Lebensstil aktiver Menschen im fortgeschrittenen Alter, noch sind sie dafür geeignet, dem Gehirn das abzuverlangen, was es braucht, um alt jung zu sein.

Veränderungen im Gehirn von alternden Menschen wurden von der Forschung lange nicht untersucht, aber seit dem Kopfstand der Alterspyramide beschäftigen sich immer mehr Neurobiologen intensiv mit dem Thema und haben mittlerweile sogar eine eingefressene Vorstellung wissenschaftlich erledigt: dass es mit den Leistungen des Hirns ab einem Alter von 20 Jahren nur noch abwärts geht! Die adulte Neurogenese – das Bilden neuer Nervenzellen im Gehirn auch im höheren Alter – ist die Entdeckung der Hirnforschung der 90er Jahre.

Und was ist daraus geworden? Gehirnjogging im Altersheim frischt sicher die grauen Zellen der grauen Generation auf. Aktives Älterwerden meint aber nicht das Lösen von Kreuzworträtseln im Gemeinschaftsraum der Residenz Marienfrieden. Ein gesunder Kopf sitzt nicht auf einem verrosteten Körper. Ein aktives Gehirn will mehr, als introvertiertes Grübeln nach dem Fluss mit sieben Buchstaben.

Demenz braucht jahrelange Vorbeugung – wenn man es genau nimmt, müssten viele Menschen bereits darauf hingewiesen werden, wenn sie das Hirn nach dem Ende ihrer Ausbildung auf die ruhige Schiene lenken. Wer seinen Kopf nicht ständig in Bewegung hält, riskiert nicht nur Alzheimer im Rentenalter, sondern obendrein ein äußerst langweiliges Leben ohne Veränderung. Die Aktion beginnt im Kopf und nirgendwo anders.

Gedächtnistraining macht wach! Die Motivation, neue Dinge zu lernen und mehr mit dem Kopf zu machen sind die wichtigsten Ziele in meinen Seminaren. Wer begreift, dass auch im hohen Alter noch gelernt werden kann, der lernt im hohen Alter und gerät damit in Bewegung. Während Gehirnjogging wie viele anderen Formen von Rätselraten zur geistigen Routine wird, bieten Gedächtnistraining und Mnemotechniken nicht nur die Motivation, sich (wieder) geistigen Herausforderungen zu stellen, sondern die Teilnehmer meiner Seminare erkennen zudem, dass ihr Kopf mehr kann, als sie es jemals gedacht haben. Ein mit Mnemotechniken ausgestatteter Rentner überflügelt beim Lernen und Merken problemlos den mittzwanziger Jurastudenten. Dabei ist die Denktechnik nicht irgendein Trick, die Lernbüffel hinterlistig hinter sich zu lassen.  Gedächtnistraining zeigt, wie der Kopf richtig benutzt wird, statt „in Kirche oder Schule festzusitzen auf dem Stuhle“ (Wilhelm Busch).

Wie lernt der Kopf, auf Sturm zu schalten?

Lern-Anleitungen bringen seit ein paar Jahren die Bücherregale zum Platzen. Auf wenigen hundert Seiten steht geschrieben, wie der Kopf zum Schwamm für die gesammelten Werke der Weisheit wird: Nichts mehr vergessen für Anfänger, Einstein in fünf Minuten, Mnemotechniken für Hobbygärtner und alleinstehende Mathematiker. Die darin präsentierten Gedächtnistechniken klingen viel versprechend und die Verfasser der Lektüren sind nicht selten Weltmeister irgendwelcher Gedächtnisweltmeisterschaften, müssen also mit ihrem Wissen zum Merken fähig sein. Doch die Bücher landen oft dort, wo sie herkommen: im Regal, hintere Ecke oben links. In meinen Seminaren begegne ich immer wieder Menschen, die den festen Willen haben, Mnemotechniken zu erlernen und zu benutzen. Und sie besitzen nicht selten mehr als eines der Bücher, aber bekommen nicht viel mehr in ihren Kopf als vorher.

Ich trage keinen Weltmeistertitel im Denken. Meine Merk-Leistungen genügen meinen Ansprüchen (die sind natürlich gigantisch astronomisch), und trotzdem erlebe ich immer wieder, wie Teilnehmer meiner Seminare mich nach ein paar Stunden Training mühelos überflügeln. Macht nichts! Denn ich habe mich darauf spezialisiert, zu erklären, wie Sie sich einfach alles merken können. Meine Trainings sind auf Menschen zugeschnitten, die merken müssen, also meistens im Beruf darauf angewiesen sind, große Mengen von Fakten schnell zu speichern und/oder lange im Kopf zu behalten, und zwar zuverlässig und fehlerfrei.

Vom Jurastudenten, über Chirurgen und Top-Manager bis zu Schauspielern ist der Bedarf nach einem zuverlässigen und leistungsfähigen Gedächtnis groß. Die Motivation ist hoch, denn beruflicher Erfolg und persönlicher Fortschritt hängen gerade in solchen Berufen vom Kopf ab.

Mnemotechniken lassen sich an einem Tag erlernen!

Der Reiz besteht jedoch darin, das Arbeitsprinzip seines Kopfes mit ein paar einfachen Regeln zu ändern und so Aufnahmefähigkeit und Kapazität über das gewohnte Maß hinaus zu steigern. Der neue Umgang mit dem Kopf bringt die Denkanlage in Schwung, aktiviert Bereiche, die bei den meisten Menschen eingerostet sind. Kurz gesagt geht es darum, mehr zu wissen, einfacher zu lernen, Spaß beim Lernen zu haben, nicht genug davon bekommen zu können. Ist Ihnen das schon mal beim Vokabeln-Büffeln passiert?

Dabei sind die Mnemotechniken zunächst nicht die große Veränderung im Denken: Es gibt eine Handvoll davon, und die meisten sind schnell erklärt. Viele haben von den Grundregeln des Mnemorierens schon gehört: Da spaziert man durch die Stadt und legt die Informationen am Denkmal, auf dem Kirchplatz und vor dem Einkaufszentrum ab. Oder: Namen werden in Bilder verwandelt. So wird Herr Hirschau zu einem mächtigen Zehn-Ender, der auf einem Bein hüpft und „Aua!“ schreit, weil ihm ein schwerer Fels auf den Huf gefallen ist.

Die Gedächtniskunst besteht nicht darin, Messer und Gabel kunstvoll zu wirbeln, sondern um die Speisen, die auf der Zunge lecker schmecken. Wer interessiert sich für Messer, Gabel und Teller, wenn er ein Drei-Sterne-Menü serviert bekommt? Mnemotechniken sind der Schlüssel zu dem unendlichen, faszinierenden Wissen, das wir in uns tragen wollen, um es benutzen zu können: Fremdsprachen, Gute-Nacht-Geschichten, berufliches Fachwissen, aber auch Musikstücke, Kochen, Zehnfingertippen und Millionen anderer Dinge mehr. Selbst vor dem Hamburger Telefonbuch und dem Jura- oder Medizinstudium brauchen Sie keine Hemmungen mehr zu haben – auch nicht mit 60 Jahren.

Steigen Sie mit viel Schwung in das mentale Paradies der Mnemotechniken ein! Merken ist keine Frage des Wiederholens, der Intelligenz oder des Alters! Lernen mit Mnemotechniken ist wie ein gutes Rätsel: Wer die Lösung kennt, für den ist es mühelos die Informationen abzuspeichern und wiederzugeben, wenn sie gebraucht werden. Sudokus haben keinen praktischen Wert (oder ich habe ihn bisher nicht erkannt). Die Vokabeln für den Satz „Ich möchte gerne etwas landestypisches bei Ihnen essen“ dagegen schon.

Es geht darum, den richtigen Schlüssel zu den Fakten zu finden, herum zu experimentieren, neue Wege zu denken. Das macht nicht nur schlau, sondern auch kreativ und hält den Geist konsequent fit und damit jung. Neues zu lernen schützt den Geist vor Altersdemenz, Alzheimer und dem allgemeinen Verkalken vor der Flimmerkiste.

Was oder wieviel Sie merken wollen, spielt keine Rolle. Das „Wie?“ ist die entscheidende Frage.

Ich freue mich auf Sie!

Ulrich Bien
www.denkreich.com

Gastbeitrag: Mnemo-Techniken und das Auswendiglernen des chemischen Periodensystems mit seinen 111 Elementen

Die ausführliche Beschreibung von Pierre haben wir auf Piratesparty gefunden. Eine seltene und tolle Gelegenheit, einmal ganz tief in den Kopf eines Memotechnikers zu schauen. Eine Erfahrung, die selten so detailliert erklärt und geteilt wird! Viel Spaß beim Lesen!

Einstieg

Initiiert durch den grandiosen Vorschlag eines Professors einer Universität in Berlin nahm ich mir vor das Periodensystem mit seinen 111 Elementen auswendig zu lernen.

Meine erste Idee war, die Routentechnik dafür zu verwenden. Diese Technik wird erfolgreich von allen möglichen Gedächtniskünstlern weltweit angewandt, um erstaunliche Gedächtnisleistungen zu erzielen und sie war mir bekannt, weil ich selbst schon in einigen Klausuren damit gearbeitet hatte und auch sonst darüber informiert war. Bei der Methode wird der zu erlernende Content mit gut einprägsamen Routenpunkten verknüpft und ist durch geistiges abklappern der Route dann im Nachhinein wieder abrufbar.

Als erstes informierte ich mich erneut über die Routentechnik und fand einen Artikel auf einer wunderbaren Website¹ die ich im weiteren Verlauf des Projekts noch öfter zu Gesicht bekam, auch wenn dieses anfangs verflixte Trainingsprogramm sich nicht im Browser starten ließ und mich damit schwer aufregte.

Außerdem recherchierte ich über die Methode bei Wikipedia und fand sie schließlich unter dem Namen Loci-Methode.

Allgemein

Um diese Technik zu beherrschen, wird nur sehr wenig Aufwand benötigt. Wer sich ohne Hilfstechniken eine Abfolge von Dingen zu merken versucht, scheitert schnell; mit Hilfe der Loci-Technik werden die Lerninhalte geordnet „encodiert“. In der Loci-Technik wird für jeden Begriff ein eigener Platz reserviert, quasi Variablen geschaffen, die mit verschiedenen Inhalten belegt werden können. Diese Variablen liegen in einer übergeordneten, fixen Struktur, so dass es möglich wird, bei der Wiedergabe die genaue Reihenfolge einzuhalten.

Diese fixe Struktur kann ein wohlbekannter Weg sein, aber auch ein Raum. Es muss im zweiten Falle nicht unbedingt ein realer Raum sein. Man kann sich selbst seinen eigenen Raum schaffen, dies muss jedoch in größtmöglicher Detailgenauigkeit geschehen. Bei beiden Varianten ist es notwendig, ganz eindeutige Plätze auszuwählen, wo später die zu merkenden Dinge „abgelegt“ werden können. Zusätzlich kann man diesen Plätzen noch Nummern zuweisen.

Anschließend kann man auf die geistig vorbereiteten Plätze das zu Merkende in Form lebendiger Bilder ablegen. Traditionell wird an einem Ort/Platz nur ein Begriff/Bild abgelegt.

Einige moderne Lehrer halten es für besonders günstig, wenn man mehrere Dinge zuerst zu einem Assoziationsbild verknüpft und dann gedanklich ablegt. So werde „Platz gespart“ und man erinnere sich obendrein noch leichter.

Man kann den Weg oder das Zimmer immer wieder benutzen, quasi neu „beschreiben“, wenn das alte Wissen vergessen wurde. Ohne Wiederholung werden die Bilder im Kopf immer schwammiger, bis sie irgendwann ganz vergessen werden.

Mögliche Plätze

  • Wohnung, Häuser

  • Öffentliche Plätze

  • Straßen

  • Museen

  • Eigener Körper

Im Mittelalter waren gerade in den Predigerorden Kirchen beliebt.

Neurologische Ursachen

Diese Methode funktioniert deshalb gut, weil das menschliche Gehirn Daten gut ortsabhängig einspeichern kann und assoziativ funktioniert. Die Idee geht auf die alten Griechen zurück (möglicherweise entstand sie noch früher). Die Wissenschaftler mussten damals viel mehr auswendig lernen, da Bücher als Handschriften teuer und selten waren. Die Methode wird auch von heutigen Gedächtnissportlern benutzt.

Geschichte

Auch Redner in der Antike nutzten diese Technik, um ihre Reden auswendig zu lernen. Cicero schritt dabei gedanklich die Umgebung des Forums in Rom ab. Er beschreibt die Methode in seinem Werk “De oratore”.

Angeblicher Erfinder ist Simonides von Keos. Er lebte um 500 v. Chr. und war ein bekannter Poet und Redner. Er hatte wohl noch nichts mit späteren Konzeptionen eines Gedächtnispalastes zu tun. In der Antike war die ihm legendär zugeschriebene Loci-Methode so verbreitet, dass man einfach nur von “der Methode” sprach. Der Sage nach ist Simonides auf die Idee für die Loci-Methode gekommen, als er bei einer Feier des Skopas dessen Haus kurzzeitig verließ und während seiner Abwesenheit das Haus einstürzte. Niemand überlebte, eine Zuordnung der zermalmten Körper war äußerlich nicht mehr möglich. Simonides musste, als einziger Überlebender, die unkenntlich Gemachten identifizieren. Dabei visualisierte er die Szenerie vor dem Einsturz, um sich des jeweiligen Aufenthalts der Personen zu vergegenwärtigen, und erkannte in seinem Erfolg, dass es dem Mensch leicht fällt, in eine räumliche Verknüpfung eingefügte Informationen geordnet wiederzugeben.

-aus Wikipedia – freie Enzyklopädie des Wissens

Der Plan

Außerdem las ich noch von dem sogenannten Gedächtnispalast, einem geistigen Konstrukt, das im Prinzip nichts anderes als eine Ansammlung von fiktiven Loci ist, die verschiedenste Routen darstellen können.

Ich wollte genau das. Ich wollte einen Raum schaffen indem ich das Periodensystem unterbringen konnte, am besten so, dass ich es nie wieder vergessen würde. Noch besser wäre es, wenn dieses Periodensystem-Haus oder der Perdiodensystem-Raum teil eines Komplexes wäre, indem noch tausend andere Dinge gespeichert werden könnten. Ein Gedächtnispalast der Superlative.HAHA.

Das sind Gedanken die Motivation ankündigen. Jetzt nur nicht entmutigen lassen und erste Erfolge erzielen.

Nun die erste Frage: Wie sollte der Raum aussehen? Sollte es schlicht ein Zimmer sein, oder wäre es besser ein eigenes Gebäude mit vielen Zimmern nur für das Periodensystem anzulegen? Ist es sinnvoller eine Route mit 111 Punkten zu erstellen oder ist es sinnvoller das ganze in Teilstrecken zu zerlegen?

Ich entschloss mich zuerst den inneren Aufbau meines Opfers besser zu verstehen. Ich nahm mir das Periodensystem vor.

Das Periodensystem

Das Periodensystem ist sowohl in die Perioden 1 bis 7, als auch in die Hauptgruppen 1 bis 8 unterteilt. Außerdem gibt es die Gruppen der Alkalimetalle, der Erdalkalimetalle, der Metalle, Nichtmetalle, Halogene sowie der Übergangsmetalle in denen die zwei Gruppen Lanthanoide und Actinoide strukturell inbergiffen sind.

Was nun charakteristisch für die einzelnen Gruppen war und was mit zunehmender oder abnehmender Periode oder Hauptgruppe genau ablief, war mir mittlerweile wieder einigermaßen schleierhaft geworden und würde Gegenstand späteren Lernens sein.

Aber die aufgezählten strukturellen Unterteilungen boten schon einige Möglichkeiten zur Einrichtung des PSE-Gebäudes – denn das sollte es, da war ich mir sicher, werden: Ein Gebäude.

Abbildung 1: erste Skizze nach Strukturanalyse des PSE

Die Routen

Nachdem ich nun eine grobe Vorstellung des Gebäudes hatte musste ich die Wege durch dieses Gebäude entweder detailliert ausarbeiten damit ich sie mir merken konnte, oder mit realen Routen belegen. Beispielsweise hat der Flur der Alkalimetalle mit dem H2-Pförtner und dem Fahrstuhl am Ende 8 Stationen und ich konnte diese Stationen leicht mit einem Gang durch meine alte Wohnung belegen. So kam es dass das Pförtnerhaus in einem schönen Garten mit Wiese stand, im Eingangsbereich bei Lithium und der giftigen alten Sekretärin Beryllium ein Ka(r)min gleich neben der Eintrittsglastür stand, welchen Lithium auch immer fleißig befeuerte, worüber sich die blöde Beryllium ständig aufregte, weil sie Karminrot hasste! Man ging dann weiter zu Magnesium und Natrium, deren Büros einen Warteraum mit Klavier hatten, dessen Tasten aus Magnesiumtabletten und Salzbestanden, weswegen man wenn man seine Finger nach dem spielen ableckte, entweder einen salzigen oder einen zitronigen Geschmack hatte. Dann kam man zu den Büros von Kalium und Calcium deren Boden mit knarrenden Holzdielen ausgelegt war, zwischen die Dielen lief die ganze Zeit Kaliumpermanganatlösung und man dachte ‘Was für eine Schweinerei! Das bekommen die nie wieder sauber!’ An Calciums Tür klebte ein Poster von einem Skelett, Erinnerung an einen Knochenaufbaukurs den es in der 10ten Klasse gewonnen hatte. Das Skelett steppte auf dem Holzdielen, dass die Permanganatlösung nur so spritzte. Man kam dann weiter zu Rubidium und Strontium die eine Wäscherei mit einer derbe schaukelnden und rüttelnden Waschmaschine hatten, was ziemlich gefährlich war, weil Rubidium immer gleich explodierte wenn es etwas von dem rumspritzenden Wasser abbekam. Allgemein mochte niemand die Wäscherei, vor allem Calcium der Knochenfreak nich, weil Strontiums Zwillingsbruder 90Sr ständig allen radioaktiv die Fresse wegfetzte und Knochen und Zähne brüchig machte! HAHA wir er da lacht. Man musste echt ständig zwischen diesen beiden Irren durch um weiterzukommen und sprang dann deckungssuchend zwischen radioaktiven laserstrahlen und den explodierenden Rubidiumfragmenten durch die Wäscherei mit den wackelnden Waschmaschinen.. eieiei.. Danach kam der Leseraum von Cäsium und Barium in dem es nach frisch gedruckten Büchern roch und eine Cäsium-Uhr vor sich hin tickte. Barium ist ein Fettklops der auf die Atombombe im nächsten Raum aufpasst. Der nächste Raum ist ein Kinderzimmer in dem Francium(Franz) und der kleine dicke Radium(Hans?!) (der Sohn von Madam Curie) auf einer Atombombe sitzen und mit Lego spielen. Danach kommt der Fahrstuhl mit dem 1,80 großen Kanarienvogelwärter.

1

Wasserstoff

Garten, Pförtner

2

Lithium Beryllium

Kaminfeuer, giftige Sekretärin

3

Natrium Magnesium

Klavier aus Salz und Tabletten

4

Kalium Calcium

Holzdielen, steppendes Skelett und auslaufende Lösung

5

Rubidium Strontium

Die wackelnden Waschmaschinen, Atomarestrahlung, explodierendes Rubidium

6

Cäsium Barium

Leseraum, tickende Cäsium-Uhr und dicker Barium

7

Francium Radium

Kinderzimmer, Atombombe Hans(Radium?) & Franz(ium)

8

Fahrstuhl

Kanarienvogel

Anhand des letzten Punktes hab ich dann die Verknüpfung zur nächsten Route gelegt in dem ich einfach eine andere Wohnung die mir wohl bekannt war und die einen Kanarienvogel am einen Ende enthielt nutzte. Sie belegte die ersten 10 Elemente in der Halle der Übergangsmetalle und sah folgendermaßen aus:

1

Scandium

Kanarienvogel, mitten drin im Skandal-Büro!

2

Titanium

Ein Titan schläft im Bettchen und schnarcht

3

Vanadium

Vandalen im Fernsehen werfen Steine

4

Chromium

Autowerkstatt draußen vor der Tür, mit gut verchromten Felgen!

5

Mangan

Kleine Manganknollen die sich in den Ritzen vom Sofa verkrümeln

6

Eisen

Ich stolper über einen schweren Eisenlampenschirm

7

Cobalt

Auf der Fensterbank sitzt ein kichernder Kobolt

8

Nickel

Die Hundehütte ist voll gestopft mit allergieauslösenden Nickel-Ohrringen

9

Kupfer

Im Regal steht eine Bibel mit verkupferten Metallseiten, an denen man sich die Finger schneidet und blutet. Blut auf Kupfer schmeckt komisch.

10

Zink

Die Tür ist eine Zink-Opfer-Anode an einem riesigen Schiff!

Und so weiter. Nacheinander belegte ich alle Elemente der Halle der Übergangsmetalle mit meinen Routen, bzw. die Routen mit den Elementen. Bis ich die 40 Elemente locker runter rasseln konnte. Der Trick ist dabei, sich die verknüpfenden Gedanken so realistisch wie möglich auszumalen, also mit vielen Sinnen. Es nützt nichts, sich einfach Kombinationen zu denken, man muss diese auch ausmalen, facettenreich und kreativ bis komplett wahnsinnig gestalten. Gut im Gedächtnis bleiben neben den Orten vor allem Angst/Schmerz/Gefahr, Erotik, Übertreibungen sowie Geräusche oder Gerüche. Man muss sehen was bei einem selbst am besten im Gedächtnis bleibt. Bei mir sind es Vorstellungen von Bewegungsabläufen, wie beispielsweise in der Rubidium-Strontium-Wäscherei oder bei dem Eisenlampenschirm.

Immer wenn mir ein Element nichts sagte, ich also keine wirkliche Vorstellung von ihm hatte, recherchierte ich seine Eigenschaften und Anekdoten und Geschichten. Sehr geholfen hat mir dabei eine Sammlung von Videos der University of Nottingham², die zu JEDEM Element ein Youtube-Video online haben, in dem Professoren darüber reden und Experimente seine Eigenschaften verdeutlichen. Ein Heidenspaß und sehr interessant.

Nach der vierten 10er-Reihe der Übergangsmetalle stellte ich fest, dass es wirklich am sinnvollsten ist sich eine Tabelle zu machen. Die erste Spalte enthält die Schlagworte der Route (z.B. Tisch, Spüle, Hundehütte..) die zweite Spalte die zu merkenden Begriffe (z.B Lantan, Hafnium, Tantal…) und in der dritten Spalte assoziert man frei und versucht möglichst viele Sinne anzusprechen (z.B. der Chinese Lan-Tan grüßt und legt Metallschwämme auf dem Boden aus über die ich barfuß gehe, in der Spüle sitzt ein Kiffer, Taranteln klettern aus der Hundehütte und krabbeln auf mich zu).

Geht man dann mit den Tabellen die Route ein-, zweimal im Kopf durch, hat man meistens schon alles im Kopf.

Nach einer Woche gemächlichen Lernens hatte ich das Periodensystem im Kopf, es ist jedoch auch viel schneller möglich, wenn ich systematisch gleich Tabellen aufgestellt hätte und dann alles durchgegangen wäre, hätte ich es sicherlich an einem Tag geschafft.

Als nächstes überlege ich nun mit Hilfe anderer Mnemo-Techniken große Zahlenreihen auswendig zu lernen.

Dieser Artikel wurde verfasst von pierre

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‘Mnemo-Techniken und das Auswendiglernen des chemischen Periodensystems mit seinen 111 Elementen’ und alle seine Bestandteile stehen unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland Lizenz.

Links:

¹: http://www.memoryxl.de/_cms/tipps-der-meister/grundlagen-gedaechtnistraining-7.html

²: http://www.periodicvideos.com/

Der neue denkreich Konzentrationstest

Immer mehr Wissenschaftler behaupten, durch zu viel Arbeit am Computer läßt die Konzentration nach: Testen Sie es selbst! Mit dem denkreich Konzentrationstest können Sie schnell herausfinden, wie gut Sie eine Aufgabe lösen können, ohne sich ablenken zu lassen.

In vier Feldern müssen Sie aus jeweils 25 Zahlen diejenigen herausfinden, die dem darüber stehenden Satz entsprechen. Nicht einfach, weil sich in jedem Feld die Aufgabe etwas anders ist.

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